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Warum Marketing-Teams bei KI-Sichtbarkeit stur am Begriff SEO festhalten

Eine Befragung von 343 US-Marketingentscheidern, durchgeführt von Fractl und berichtet von Search Engine Land, kommt zu einem nüchternen Befund: 81 Prozent bezeichnen ihre KI-Sichtbarkeitsstrategie weiterhin als SEO.

aktualisiert 28. August 2026

Warum Marketing-Teams bei KI-Sichtbarkeit stur am Begriff SEO festhalten

Die Branche erfindet alle paar Wochen ein neues Akronym – GEO, AEO, LLM-Optimierung – und flüstert sich gegenseitig ein, wer es benutzt, sei automatisch innovativ. Eine neue Studie zeigt jetzt das Gegenteil: Die Mehrheit der Teams, die das Geld tatsächlich bewilligen, bleibt beim alten Wort. Wer den Begriffswechsel als Strategie verkauft, verkauft vor allem sich selbst.

Nur 27 Prozent der Teams haben überhaupt einen Begriff jenseits von SEO offiziell eingeführt, 42 Prozent haben sich bewusst dagegen entschieden, 31 Prozent sind unentschieden. Klingt nicht nach Revolution – und genau das ist der Punkt.

Was die Zahlen wirklich zeigen

Das Geld wandert längst dorthin, wo es gebraucht wird: Im Durchschnitt fließen bereits 24 Prozent des Such- oder Content-Budgets in KI-Sichtbarkeit. Nur die Sprache hinkt hinterher – und zwar nicht bei den Praktikern, sondern bei denen, die darüber reden.

Interessant wird es bei der Reaktion auf neue Begriffe in Pitches: 42 Prozent der Entscheider sagen, es komme darauf an, ob der Anbieter erklärt, was er meint. 30 Prozent finden die neue Sprache innovativ, 22 Prozent ist sie egal, 7 Prozent empfinden den Anbieter als weniger vertrauenswürdig. Die Skeptiker sitzen also nicht im Marketing – sie sitzen in den Budgetfreigaben.

Noch aufschlussreicher die Hierarchie: 36 Prozent der Direktoren und C-Suite sagen, ihr Team habe SEO überwunden – aber genau diese Gruppe googelt am häufigsten unbekannte Akronyme nach (56 Prozent). Das ist der klassische Flaschenhals: Die Führungsetage redet über GEO, weil es in irgendeinem Board-Deck stand, während die SEO-, Content- und Analytics-Teams noch nicht wissen, was sich in der Umsetzung ändern soll. Die Hälfte aller Befragten hat laut Studie schon mal einen Begriff nachgeschlagen, den ein Wettbewerber benutzt hat.

Was das für dein System bedeutet

Wenn dein Kunde oder dein eigenes Team mit dem neuen Vokabular nichts anfangen kann, dann gewinnst du keinen Pitch, weil du "GEO" sagst. Du gewinnst, weil du zeigst, wo deine Marke in KI-Antworten auftaucht, welche Quellen zitiert werden und wie das zu qualifiziertem Traffic führt. Wenn dein Akronym mehr Glanz als Inhalt hat, merkst du es spätestens daran, dass niemand weiß, was er als Nächstes tun soll.

Für Solopreneure und kleine Marken heißt das konkret: Hör auf, Buzzword-Bingo zu spielen. Dein Setup steht auf drei Säulen – messbare Sichtbarkeit in klassischer Suche, saubere Struktur für KI-Zitate und ein Content-System, das sowohl Pinterest- als auch Such-Traffic bedient. Das Vokabular ist austauschbar, die Mechanik nicht. Und ja, GEO unterscheidet sich von SEO – aber nur in der Ausführung, nicht im Grundrauschen der meisten Strategien.

Was du diese Woche prüfen solltest

Wenn du in deinen Pitches oder auf deiner Seite GEO, AEO oder Ähnliches nutzt, dann definiere in einem Satz, was sich konkret ändert. Wenn du noch "SEO" schreibst, prüfe, ob du tatsächlich klassische Suche meinst oder längst KI-Sichtbarkeit mitverkaufst. Sag ehrlich, dass du beides machst – deine Audience ist klüger, als du denkst.

Die Frage, die du dir diese Woche stellen solltest: Welcher Teil deines Contents bringt dir Sichtbarkeit, die du auch ohne das passende Akronym nicht erklären kannst? Wenn die Antwort leer bleibt, hast du ein Strategieproblem – kein Vokabularproblem.

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