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Notion-Redaktionsplan: Aufbau in fünf Schritten
Content-Strategie

Notion-Redaktionsplan: Aufbau in fünf Schritten

Ein Redaktionsplan in Notion scheitert selten an fehlenden Ideen. Er scheitert daran, dass Ideen, Termine, Zuständigkeiten und Produktionsschritte in verschiedenen Listen verschwinden.

Am Ende existieren fünf Tabellen, drei Kalender und ein Dokument mit dem Namen „Content-Ideen_neu_final“.

Die bessere Lösung ist eine zentrale Datenbank. Sie bildet alle Inhalte an einem Ort ab und lässt sich je nach Arbeitsphase als Tabelle, Kalender oder Kanban-Board anzeigen. Genau darin liegt der stärkste Hebel von Notion: Du pflegst die Information einmal und nutzt sie in mehreren Arbeitsansichten.

Eine brauchbare Notion-Redaktionsplan-Vorlage muss deshalb nicht möglichst viele Felder enthalten. Sie muss die richtigen Entscheidungen sichtbar machen. Welche Inhalte sind nur Ideen? Was befindet sich in der Produktion? Was ist für diese Woche geplant? Und welcher Beitrag zahlt eigentlich auf welches Ziel ein?

Das Fundament: eine zentrale Datenbank als einzige Quelle

Der erste Schritt ist nicht der Kalender. Der erste Schritt ist die zentrale Datenbank.

Lege in Notion eine neue Seite für deinen Redaktionsplan an und erstelle dort eine Tabelle. Diese Tabelle ist der gemeinsame Speicherort für sämtliche Inhalte:

Jede Zeile steht für einen Inhalt. Nicht für ein Thema, nicht für eine Kampagne und nicht für eine lose Idee. Diese Unterscheidung klingt klein, verhindert aber später viel Unordnung.

Ein Thema wie „Pinterest für Dienstleister“ kann mehrere konkrete Inhalte ergeben:

  • einen Blogartikel zur Suchintention
  • einen Pin mit einer Schritt-für-Schritt-Anleitung
  • einen Newsletter mit einem Praxisbeispiel
  • einen Verkaufsbeitrag für eine Beratung
  • eine kurze Checkliste als Download

Wenn du nur das Thema speicherst, fehlt dir die operative Ebene. Du weißt dann noch nicht, welches Format produziert wird, auf welchem Kanal es erscheint und wann der Inhalt veröffentlicht werden soll.

Welche Struktur die Datenbank braucht

Starte mit einer schlanken Datenbank. Zu viele Felder erzeugen nur den Eindruck von Professionalität. In der Praxis werden sie oft nicht gepflegt.

Für den Anfang reichen diese Spalten:

EigenschaftFunktionBeispiel
TitelEindeutige Bezeichnung des Inhalts5 Fehler im Pinterest-Redaktionsplan
VeröffentlichungsdatumGeplanter Termin18. April 2026
KanalOrt der VeröffentlichungBlog, Pinterest, Newsletter
StatusProduktionsphaseIdee, Produktion, Geplant
Content-SäuleThematische ZuordnungStrategie, Umsetzung, Angebot
ZielgruppeAdressierte PersonengruppeSelbstständige Dienstleisterinnen
ZielGeschäftlicher ZweckReichweite, Vertrauen, Lead-Generierung
VerantwortlichZuständigkeit im TeamSina
PrioritätReihenfolge der BearbeitungHoch, Mittel, Niedrig

Die Datenbank bleibt damit überschaubar. Gleichzeitig enthält sie die Informationen, die du für Planung und Umsetzung tatsächlich brauchst.

Das Veröffentlichungsdatum sollte als Datumsfeld angelegt werden, nicht als Text. Nur dann kann Notion daraus eine funktionierende Kalenderansicht bilden. Auch der Status gehört in eine feste Auswahl. Freie Texte wie „fast fertig“, „müsste noch raus“ oder „in Arbeit“ sehen zunächst flexibel aus. Sie verhindern später aber eine saubere Sortierung.

Ein Redaktionsplan ist kein Ideenarchiv. Er ist ein Produktionssystem mit sichtbaren Zuständen.

Datenbank-Eigenschaften: weniger Spalten, bessere Entscheidungen

Die Qualität deines Notion-Redaktionsplans hängt weniger vom Design als von den Eigenschaften der Datenbank ab. Jede Eigenschaft sollte eine konkrete Frage beantworten.

Ein Beispiel:

  • Titel: Was wird erstellt?
  • Kanal: Wo wird es veröffentlicht?
  • Status: Wie weit ist die Produktion?
  • Zielgruppe: Für wen ist der Inhalt relevant?
  • Ziel: Was soll der Inhalt auslösen?
  • Content-Säule: In welchen thematischen Zusammenhang gehört er?

Wenn du auf eine dieser Fragen noch keine Antwort hast, ist der Inhalt möglicherweise noch nicht bereit für die Produktion. Das ist kein Problem. Der Status kann auf „Idee“ bleiben. Der Redaktionsplan macht dann sichtbar, wo noch konzeptionelle Arbeit fehlt.

Kanal und Format getrennt führen

Kanal und Format werden häufig in einer Spalte vermischt. Das klingt praktisch, führt aber schnell zu unklaren Einträgen wie „Instagram Anleitung“ oder „Blog Pinterest“.

Besser ist die Trennung:

  • Kanal: Blog, Pinterest, Newsletter, LinkedIn
  • Format: Anleitung, Liste, Fallstudie, Video, Checkliste
  • Content-Säule: Strategie, Sichtbarkeit, Verkauf, Umsetzung

Damit kannst du später präziser filtern. Du kannst dir beispielsweise alle Anleitungen anzeigen lassen, unabhängig davon, ob sie im Blog oder auf Pinterest erscheinen. Oder du filterst alle Inhalte einer Content-Säule und prüfst, ob sie über mehrere Kanäle verteilt werden.

Für ein kleines Unternehmen genügt oft eine Auswahl mit drei bis fünf Content-Säulen. Mehr Säulen wirken differenziert, verwässern aber häufig die Themenpositionierung. Eine Säule sollte breit genug sein, um regelmäßig Inhalte zu tragen, und eng genug, um für die Zielgruppe erkennbar zu bleiben.

Beispiel für ein Beratungsunternehmen:

1. Grundlagen: Begriffe, Zusammenhänge und typische Missverständnisse

2. Umsetzung: konkrete Anleitungen und Arbeitsprozesse

3. Analyse: Metriken, Auswertung und Optimierung

4. Praxis: Beispiele, Erfahrungen und Fallstudien

5. Angebot: Leistungen, Zusammenarbeit und nächste Schritte

Das Ziel jedes Inhalts sichtbar machen

Ein Beitrag kann informativ sein und trotzdem strategisch ins Leere laufen. Deshalb braucht jeder Inhalt ein Ziel.

Mögliche Ziele sind:

  • neue Suchanfragen erreichen
  • bestehende Leserinnen und Leser weiterbilden
  • Vertrauen in die Expertise aufbauen
  • einen Newsletter-Abschluss fördern
  • ein Angebot erklären
  • eine konkrete Anfrage auslösen
  • einen älteren Inhalt erneut distribuieren

Das Ziel ist nicht dasselbe wie die Kennzahl. „Lead-Generierung“ beschreibt die Absicht. Die Zahl der Anmeldungen wäre eine spätere Metrik.

Diese Trennung hilft bei der Auswertung. Ein Grundlagenartikel muss nicht dieselbe Aufgabe erfüllen wie eine Verkaufsseite. Wenn du beide nur nach Klicks beurteilst, vergleichst du unterschiedliche Inhaltstypen mit derselben Skala.

Produktions-Workflows: Status-Stufen und Kanban-Logik

Ein Redaktionsplan wird erst dann wirklich nützlich, wenn er den Produktionsfortschritt abbildet. Dafür brauchst du Status-Stufen. Fünf Stufen sind in vielen Teams ausreichend:

1. Idee: Das Thema ist notiert, aber noch nicht ausgearbeitet.

2. Konzeption: Suchintention, Zielgruppe, Format und Kernbotschaft werden festgelegt.

3. Produktion: Der Inhalt wird geschrieben, gestaltet oder aufgenommen.

4. Geplant: Der Inhalt ist fertig geprüft und hat einen Veröffentlichungstermin.

5. Publiziert: Der Inhalt ist veröffentlicht und kann später ausgewertet werden.

Diese Reihenfolge bildet einen einfachen, aber belastbaren Workflow. Sie macht außerdem sichtbar, an welcher Stelle sich Inhalte stauen.

Wenn sich viele Einträge in „Konzeption“ sammeln, fehlt vielleicht eine klare Entscheidung über Themen und Suchintention. Wenn die Spalte „Produktion“ überfüllt ist, ist der Redaktionsplan möglicherweise zu ambitioniert. Wenn fast alles auf „Geplant“ steht, aber wenig publiziert wird, liegt das Problem eher bei Freigabe, Veröffentlichung oder Zuständigkeit.

Die drei wichtigsten Ansichten

Eine einzige Tabellenansicht reicht für die Dateneingabe. Für die tägliche Arbeit brauchst du aber unterschiedliche Perspektiven.

1. Kanban-Board für den Produktionsfortschritt

Ordne die Inhalte nach Status. Jede Karte zeigt mindestens Titel, Kanal und Veröffentlichungsdatum.

Diese Ansicht beantwortet eine operative Frage: Was muss als Nächstes passieren?

Sie eignet sich besonders für die wöchentliche Redaktionsbesprechung oder für die eigene Produktionsplanung. Du ziehst Inhalte nicht einfach nach rechts, weil das optisch gut aussieht. Der Statuswechsel sollte einen tatsächlichen Arbeitsschritt abbilden.

2. Kalender für die Veröffentlichungsplanung

Die Kalenderansicht nutzt das Datumsfeld und zeigt, wann Inhalte erscheinen sollen. Hier erkennst du schnell:

  • Lücken in der Veröffentlichung
  • mehrere Beiträge am selben Tag
  • einseitige Kanalverteilung
  • thematische Häufungen
  • unrealistische Produktionsdichte

Ein Kalender ist jedoch kein Strategie-Ersatz. Er zeigt Termine, aber nicht automatisch, ob die Inhalte auf ein gemeinsames Ziel einzahlen. Deshalb bleibt die Spalte „Ziel“ unverzichtbar.

3. Tabelle für die Gesamtübersicht

Die Tabellenansicht ist die Kontrollfläche. Sie zeigt alle Einträge mit ihren Eigenschaften und eignet sich für Sortierung, Pflege und Audits.

Sortiere zum Beispiel nach:

  • Veröffentlichungsdatum
  • Status
  • Kanal
  • Content-Säule
  • Priorität

Für die tägliche Arbeit ist es sinnvoll, nicht ständig in der vollständigen Datenbank zu arbeiten. Erstelle stattdessen gespeicherte Ansichten mit klarer Funktion.

Filter und Sortierungen: Notion wird erst dadurch alltagstauglich

Ein ungefilterter Redaktionsplan zeigt alles gleichzeitig. Das ist umfassend, aber nicht hilfreich. Gute Filter reduzieren die kognitive Last.

Sinnvolle Ansichten sind:

  • Brainstorming: Status ist „Idee“
  • Diese Woche: Veröffentlichungsdatum liegt innerhalb der aktuellen Woche
  • In Produktion: Status ist „Konzeption“ oder „Produktion“
  • Zur Freigabe: Inhalt ist fertig, aber noch nicht geplant
  • Nach Kanal: nur Pinterest, nur Blog oder nur Newsletter
  • Archiv: Status ist „Publiziert“ und das Veröffentlichungsdatum liegt in der Vergangenheit

Die Filter sollten den nächsten Arbeitsschritt unterstützen. Eine Ansicht namens „Alles“ ist technisch korrekt, aber operativ wenig wertvoll.

Eine einfache Sortierlogik für den Wochenstart

Für die Wochenplanung kannst du drei Ebenen kombinieren:

1. Zuerst nach Status sortieren.

2. Innerhalb des Status nach Priorität ordnen.

3. Danach das Veröffentlichungsdatum aufsteigend anzeigen.

So stehen die dringendsten offenen Aufgaben oben, ohne dass bereits veröffentlichte Inhalte die Sicht versperren.

Bei einem Team kommt die Eigenschaft „Verantwortlich“ hinzu. Sie verhindert, dass Aufgaben zwischen mehreren Personen hängen bleiben. Der Eintrag „Newsletter April“ ist keine Zuständigkeit. Der Name einer Person schon.

Seitenvorlagen: der unterschätzte Hebel für gleichbleibende Qualität

Eine Notion-Datenbank speichert nicht nur Eigenschaften. Jeder Eintrag kann eine eigene Seite enthalten. Genau dort kommen Seitenvorlagen ins Spiel.

Erstelle für jedes häufige Format eine eigene Vorlage. Eine Blogartikel-Vorlage kann beispielsweise diese Struktur enthalten:

Blogartikel

  • Arbeitstitel
  • Suchintention
  • Hauptfrage der Zielgruppe
  • gewünschte Handlung nach dem Lesen
  • Kernthese
  • Gliederung
  • interne Verweise
  • Bild- und Pin-Ideen
  • redaktionelle Prüfung
  • Veröffentlichung und Auswertung

Für einen Pinterest-Pin sieht die Vorlage anders aus:

Pinterest-Pin

  • Pin-Titel
  • Text auf der Grafik
  • Beschreibung
  • Ziel-URL
  • verwendete Content-Säule
  • Bildformat
  • Suchbegriffe
  • Handlungsaufforderung
  • Veröffentlichungsdatum

Eine solche Vorlage spart nicht nur Zeit. Sie reduziert Qualitätsunterschiede zwischen einzelnen Inhalten. Jeder neue Eintrag startet mit derselben Grundstruktur. Du musst nicht jedes Mal überlegen, ob die Ziel-URL, der Einstieg oder die Handlungsaufforderung noch fehlen.

Vorlagen nicht mit starren Regeln verwechseln

Eine Vorlage ist ein Startpunkt. Sie darf angepasst werden.

Ein Fallstudienartikel braucht andere Fragen als ein kurzer LinkedIn-Beitrag. Ein Newsletter benötigt eine Betreffzeile und eine Vorschau. Eine Anleitung sollte die benötigten Materialien oder Voraussetzungen enthalten.

Die Vorlage sollte so ausführlich sein, dass sie vergessene Arbeitsschritte sichtbar macht. Sie sollte aber nicht aus zwanzig Pflichtfeldern bestehen. Wenn jedes neue Inhaltselement zuerst durch ein Formular muss, wird das System langsamer als der alte Ordner.

Strategische Balance: Content-Säulen statt zufälliger Themenmischung

Ein gefüllter Kalender ist noch keine Content-Strategie. Er kann auch nur zeigen, dass regelmäßig irgendetwas veröffentlicht wird.

Content-Säulen schaffen thematische Balance. In vielen Strategien werden drei bis fünf Säulen eingesetzt. Die genaue Anzahl ist weniger entscheidend als die Funktion: Jede Säule sollte einen klaren Beitrag zur Positionierung leisten.

Eine verbreitete Verteilungsformel sieht so aus:

  • 40 Prozent Mehrwert: Anleitungen, Erklärungen und Problemlösungen
  • 30 Prozent Interaktion: Fragen, Diskussionen und Perspektiven
  • 20 Prozent Promotion: Angebote, Produkte und Dienstleistungen
  • 10 Prozent Aktuelles: Trends, saisonale Themen oder Branchenentwicklungen

Diese Verteilung ist kein Algorithmus und kein Naturgesetz. Sie ist ein Kontrollinstrument. Wenn dein Kalender fast ausschließlich aus Verkaufsinhalten besteht, wird das in der Ansicht sichtbar. Wenn du nur erklärst, aber nie auf dein Angebot verweist, ebenfalls.

Die Formel funktioniert außerdem nur, wenn die Inhalte auf die jeweilige Zielgruppe zugeschnitten sind. Ein Mehrwertbeitrag für Anfängerinnen hat eine andere Suchintention als eine Analyse für erfahrene Marketingverantwortliche.

Den Redaktionsplan mit der Content-Strategie verbinden

Der operative Redaktionsplan beantwortet:

  • Was wird veröffentlicht?
  • In welchem Format?
  • Auf welchem Kanal?
  • Wann erscheint es?
  • Wer bearbeitet es?
  • In welchem Status befindet es sich?

Die strategische Planung beantwortet dagegen:

  • Welche Geschäftsziele verfolgen wir?
  • Welche Zielgruppe wollen wir erreichen?
  • Welche Themen besetzen wir?
  • Welche Handlung soll aus Sicht der Leserinnen und Leser folgen?
  • Welche Metriken zeigen Fortschritt?

Beides gehört zusammen, ist aber nicht dasselbe. Der Redaktionsplan setzt die Strategie in konkrete Veröffentlichungen um. Er ersetzt sie nicht.

Das lässt sich direkt in Notion abbilden. Ergänze zum Beispiel die Eigenschaften „Ziel“ und „Content-Säule“ und verknüpfe sie mit einer separaten Strategie-Seite. So bleibt die Datenbank operativ nutzbar, ohne dass strategische Informationen zwischen einzelnen Terminen verschwinden.

Metriken: Was du nach der Veröffentlichung wirklich auswertest

Der Status „Publiziert“ ist nicht das Ende des Prozesses. Er markiert den Übergang von Produktion zu Auswertung.

Welche Metriken sinnvoll sind, hängt vom Ziel des Inhalts ab:

Ziel des InhaltsPassende Metriken
SuchsichtbarkeitImpressionen, Klicks, Positionen, Suchanfragen
MarkenbekanntheitReichweite, neue Besucherinnen und Besucher, wiederkehrende Aufrufe
InteraktionKommentare, Antworten, gespeicherte Inhalte
Lead-GenerierungAnmeldungen, Formularabschlüsse, qualifizierte Kontakte
VerkaufAnfragen, Buchungen, Käufe
DistributionKlicks auf die Zielseite, Weiterleitungen, Pins mit langfristigem Zugriff

Notiere in Notion nicht nur das Veröffentlichungsdatum, sondern später auch ein Auswertungsdatum. Das zwingt dich zu einem festen Rückblick. Ohne diesen Termin bleibt Analyse eine gute Absicht.

Für Pinterest ist zusätzlich relevant, ob ein Inhalt langfristig Suchzugriffe erzeugt. Ein Beitrag muss dort nicht am Veröffentlichungstag seine gesamte Wirkung entfalten. Das macht eine reine Tagesbetrachtung wenig aussagekräftig. Prüfe deshalb regelmäßig, welche Pins und Zielseiten über längere Zeit Zugriffe bringen und welche Themen wiederverwendet werden können.

Die Auswertung sollte außerdem in neue Ideen zurückfließen. Ein gut funktionierender Blogartikel kann mehrere Folgeformate liefern:

  • eine komprimierte Checkliste
  • mehrere Pins mit unterschiedlichen Einstiegen
  • eine Newsletter-Erklärung
  • ein Beispiel aus der Praxis
  • eine Antwort auf eine häufige Rückfrage

So wird aus einem Inhalt kein Einwegprodukt. Er wird zu einem Ausgangspunkt für weitere Distribution.

Automatisierung: sinnvoll, aber nicht als Versprechen

Notion kann den Redaktionsprozess strukturieren, filtern und visualisieren. Es veröffentlicht Inhalte jedoch nicht automatisch auf allen sozialen Netzwerken, nur weil ein Datum in der Datenbank steht.

Für eine Verbindung mit externen Veröffentlichungswerkzeugen können zusätzliche Dienste wie Make oder Zapier erforderlich sein. Ob eine Automatisierung sinnvoll ist, hängt vom Kanal, vom Format und vom benötigten Freigabeprozess ab.

Automatisiere zuerst einfache Übergaben:

  • Wenn ein Beitrag den Status „Geplant“ erhält, wird eine Aufgabe für die Freigabe erstellt.
  • Wenn ein Blogartikel veröffentlicht wurde, wird eine Erinnerung für die Auswertung angelegt.
  • Wenn ein Inhalt als „Publiziert“ markiert ist, erscheint er in der Archivansicht.
  • Wenn eine neue Idee erfasst wird, werden automatisch Standardfelder aus der passenden Vorlage übernommen.

Die Logik sollte dabei nachvollziehbar bleiben. Eine Automatisierung, die niemand im Team versteht, ist kein Effizienzgewinn. Sie wird zum zusätzlichen Wartungsproblem.

Die häufigsten Konstruktionsfehler

Ein Notion-Redaktionsplan kann sehr ordentlich aussehen und trotzdem wenig leisten. Die typischen Fehler liegen nicht im Layout, sondern in der Logik.

1. Der Kalender wird zum Selbstzweck

Viele Termine erzeugen noch keine gute Planung. Wenn Content-Säulen, Zielgruppen und Ziele fehlen, zeigt der Kalender nur eine Reihe von Veröffentlichungen.

2. Status-Stufen sind zu ungenau

„Offen“ und „Erledigt“ reichen für einen mehrstufigen Produktionsprozess nicht aus. Du erkennst dann nicht, ob eine Idee noch konzeptionelle Arbeit braucht oder bereits auf die Freigabe wartet.

3. Jede Plattform bekommt eine eigene Datenbank

Das verdoppelt und verdreifacht die Pflege. Eine zentrale Datenbank mit einer Kanal-Eigenschaft ist meist stabiler. Separate Ansichten liefern trotzdem die Perspektive, die du pro Kanal benötigst.

4. Vorlagen werden überladen

Eine Vorlage soll den Prozess vereinfachen. Wenn sie mehr Pflege erzeugt als der eigentliche Inhalt, ist sie zu komplex.

5. Alte Inhalte verschwinden nicht aus dem System

Publizierte Inhalte sind kein Müll. Sie bilden dein Archiv und zeigen, welche Themen bereits abgedeckt wurden. Eine eigene Archivansicht hält sie aus der täglichen Arbeitsansicht heraus, ohne sie zu löschen.

Der beste Notion-Redaktionsplan ist nicht der schönste. Es ist derjenige, der dir jeden Morgen die nächste sinnvolle Aufgabe zeigt.

Dein Notion-Redaktionsplan als Arbeitsroutine

Die Datenbank steht. Die Ansichten sind eingerichtet. Die Vorlagen sind verfügbar. Jetzt entscheidet die Routine, ob das System trägt.

Eine praktikable Arbeitsweise sieht so aus:

Montag: Ideen prüfen, Prioritäten setzen und die Veröffentlichungen der Woche kontrollieren.

Während der Woche: Inhalte durch die Status-Stufen bewegen und fehlende Informationen direkt ergänzen.

Am Veröffentlichungstag: URL, Kanal und tatsächlichen Status aktualisieren.

Am Monatsende: Content-Säulen, Formate und Metriken auswerten.

Nach der Auswertung: erfolgreiche Themen für neue Formate und Folgeinhalte markieren.

Die Empfehlung von drei bis fünf Beiträgen pro Woche kann je nach Plattform und Teamgröße ein sinnvoller Orientierungswert sein. Sie ist aber kein Ziel, das um jeden Preis erreicht werden muss. Ein sauber produzierter und strategisch passender Beitrag ist stärker als mehrere Inhalte, die nur den Kalender füllen.

Für die meisten Selbstständigen ist die entscheidende Frage deshalb nicht: Wie viele Beiträge kann ich veröffentlichen? Sondern: Wie viel Produktion kann ich zuverlässig über mehrere Wochen aufrechterhalten?

Fazit: In fünf Schritten vom Ideenstapel zum System

Ein funktionierender Notion-Redaktionsplan entsteht nicht durch ein aufwendiges Design. Er entsteht durch eine klare Reihenfolge:

1. zentrale Datenbank anlegen

2. relevante Eigenschaften definieren

3. Status-Stufen und Produktionsansichten einrichten

4. Seitenvorlagen und Filter für wiederkehrende Arbeit erstellen

5. Content-Säulen, Ziele und Metriken miteinander verbinden

Damit wird aus Notion mehr als ein Content-Kalender. Die Datenbank zeigt nicht nur, wann etwas veröffentlicht wird. Sie macht sichtbar, warum der Inhalt existiert, für wen er gedacht ist und welcher nächste Schritt ansteht.

Dein konkretes To-do für heute: Lege eine zentrale Datenbank an, erfasse zehn bestehende oder geplante Inhalte und ergänze für jeden Eintrag Titel, Kanal, Status, Content-Säule, Zielgruppe und Ziel. Danach erstelle drei Ansichten: Tabelle, Kalender und Kanban-Board. Wenn diese drei Perspektiven funktionieren, hast du den wichtigsten Teil deiner Notion-Redaktionsplan-Vorlage bereits gebaut.

Häufige Fragen

Warum sollte ich nicht für jeden Kanal eine eigene Datenbank in Notion anlegen?
Separate Datenbanken führen zu einem hohen Pflegeaufwand und verdoppeln oder verdreifachen die Arbeit. Eine zentrale Datenbank mit einer Eigenschaft für den Kanal ist stabiler und lässt sich über verschiedene Ansichten dennoch kanalbezogen filtern.
Welche Spalten sind für den Start in einer Notion-Redaktionsdatenbank notwendig?
Für den Anfang reichen die Eigenschaften Titel, Veröffentlichungsdatum, Kanal, Status, Content-Säule, Zielgruppe, Ziel, Verantwortlicher und Priorität aus.
Wie viele Content-Säulen sind für ein Unternehmen sinnvoll?
Für kleine Unternehmen genügt meist eine Auswahl von drei bis fünf Content-Säulen. Diese sollten breit genug für regelmäßige Inhalte, aber eng genug für eine klare Themenpositionierung sein.
Was ist der Vorteil von Seitenvorlagen in Notion?
Seitenvorlagen sparen Zeit und reduzieren Qualitätsunterschiede, da jeder neue Inhalt mit einer vordefinierten Grundstruktur startet. Sie machen zudem vergessene Arbeitsschritte sichtbar.
Wie unterscheidet sich ein Redaktionsplan von einer Content-Strategie?
Der Redaktionsplan ist ein operatives Produktionssystem, das Termine, Zuständigkeiten und Status verwaltet. Die Content-Strategie definiert hingegen die übergeordneten Geschäftsziele, Zielgruppen und Themen, die durch den Plan umgesetzt werden.

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